Infos rund um mein Handwerk

Für "Handschmeichler" müssen manchmal die Finger leiden ;-)

 

So sieht es nach dem "Skiving" aus, dem Abschrägen der Lederstreifenkanten. Um eine feine, wunderbare Oberfläche der fertigen Flechtung zu erreichen, ist das Skiving einer der wichtigsten Schritte bei der Veredlung der einzelnen Lederstränge...

Die Veredelung der Leder-Stränge im einzelnen:

 

1. Schneiden (die Stränge werden etwas breiter von Hand geschnitten)

Z.B. für eine 4ft Peitsche ca. 2 m lang, davon 12 Stück für 12plait

 

2. Strecken

Der Lederstrang wird vorgestreckt, damit es sich nicht beim Flechten dehnt.

Zudem wird es bei möglichen Schadstellen jetzt schon reißen und nicht beim Flechten

 

3. Splitten

Die Lederstränge werden mit einem Ledersplitter auf einheitliche Stärke gebracht, z.B. 0,6 mm über alles

 

4. Resize

Jetzt erst wird das endgültige Maß zugeschnitten. Z.B. 7 mm Breite am Anfang des Stranges, kontinuierlich verjüngend, auf 3 mm zum Ende der zwei Meter Länge

 

5. Skiving

Und schließlich werden die Kanten der Lederstränge auf der Fleischseite mit einer superscharfen Klinge, auch freihändig, abgeschrägt.

Ein Stilleben vom Flechten. Der Übergang von "Diamond-" zu "Whipmakers Plait", einer 12fach Flechtung (12-plait).

 

Im Hintergrund liegt noch das Messer mit dem die Stränge mit der Hand geschnitten wurden. Desweiteren sehen Sie dort auch eine bereits fertige Bullwhip mit Silberring als Schmuck in den "Handle" eingearbeitet.

Da oben sehen Sie den Grundaufbau einer Peitsche. Es müssen nicht immer zwei "plaitet bellies" sein, ein guter ist eher vorteilhafter. Eine gute Peitsche zeichnet sich nicht nur durch ihr feines Aussehen, oder die wunderbare Flechtung aus, sondern die Qualität liegt zu einem nicht unherheblichen Teil "unter der Oberfläche".

Peitschentypen:

 

Bullwhip: 

Die Bullwhip ist durch einen starren Griff (handle) gekennzeichnet, welcher in die Peitsche integriert ist. Oft sind an dem Übergang zwischen starrem Griff und flexibler Peitschenschnur (thong) Schmuckknoten angebracht. An diese Peitschenschnur schließt sich der sog. „Fall“ an, an welchem wiederum der Cracker befestigt ist.

 

Snakewhip:

Die Snakewhip ist im Aufbau etwas anders als eine Bullwhip. Anstatt des starren Griffes, fängt sie gleich flexibel an. Oft hat sie dort im Griffbereich einen flexiblen „shotbag“ (längliche Bleitasche) als Basis (statt Stab).

Ursprünglich wurde dieser Peitschentyp verwendet, um die Peitsche aufgerollt in einer

Satteltasche transportieren zu können. Sie lässt sich somit einfacher verstauen.

 

Signalwhip:

Die Signalwhip – auch Signalpeitsche genannt – gleicht im Aufbau der Snakewhip, jedoch weist sie keinen Fall auf. Der Cracker ist direkt am Ende der Peitschenschnur in diese eingeflochten.

Ursprünglich kommt sie von den Eskimos zum Antreiben der Schlittenhunde.

Sie ist insgesamt kürzer, einfach um ein versehentliches Treffen der Hunde zu vermeiden.

 

Hybrid:

Eine Mischung aus Snake und Signalwhip. Um das leichte Handling einer Signalwhip, aber dennoch ein Fall zu haben, ist das Fall einfach leichter und erheblich kürzer als bei einer Snake. Der Cracker wird genauso an das Fall gebunden.

 

Sjambok / Kantchu:

Die Kantchu ist eine wunderbare Anfänger-Singletail. Im Prinzip wie eine Snake oder auch Signalwhip, jedoch ohne Fall und Cracker! Die Flechtung hört einfach in einem Knoten auf, die restlichen Stränge laufen offen ein Stück weiter.


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